Urban Structures – Mini-Video

Wie angekündigt fand vom 1. – 3. Februar die Gruppenausstellung “Urban Structures” im Offspace auf der Flurstr. 16 in Düsseldof Flingern statt. Die Vernissage war sehr gut besucht und die Stimmung war prima, die Ausstellung ein voller Erfolg! Auf dem (mühevoll “personenlos” gedrehten) Video sind die Werke in folgender Reihenfolge zu sehen von:
Josef Schulz
Andreas Gefeller
Robin Merkisch
Robin Merkisch (klein über dem Büchertisch)
Andreas Zimmermann (rot/weiß)
Robert Pufleb (alle anderen Arbeiten)
Auf der Bank: Josef Schulz
Im hinteren nicht gefilmten Raum hingen noch Arbeiten von Robert Pufleb und Andreas Gefeller.

 

PS: In diesem Ladenlokal war übrigens lange Zeit ein Obst- und Gemüseladen! (So viel zum Thema “Das WA(H)R(E) Flingern”)

Das WA(H)R(E) Flingern (4/x): Die Givebox am Hermannplatz

Geschichten aus dem alten Flingern – in dem ich groß geworden bin, genau wie meine Eltern und Großeltern – Viertel-Historie und -Geschichten aus erster Hand.
Heute: Die Givebox am Hermannplatz

Der Spielplatz auf dem Hermannplatz war früher Sperrzone für mich, soll heißen, ich durfte dort nicht spielen geh`n: Dunkel und schlecht einsehbar eingemauert, unschön gestaltet und mit einem “Büdchen” (wie die im sonstigen Bundesgebiet als “Kiosk” bezeichnete Trinkhalle in Düsseldorf genannt wird) ausgestattet – keine guten Grundvoraussetzungen für einen Kinderspielplatz.
Seit der Umgestaltung hat sich viel getan. So gibt es Samstag einen Wochenmarkt (der als einer der schönsten in D´dorf gehandelt wird und nun ggf. auch auf Mittwochs ausgeweitet werden soll). Und da, wo früher das Hundeclo (!) war, steht seit Oktober 2011 nun die Givebox. Die Idee stammt ursprünglich aus Berlin und hat sich über das online-Sozialnetz facebook, dem ich -by the way – eher kritisch gegenüber stehe, verbreitet. Das Prinzip: Ein Ort der allgemeinnützigen Tauschbörse nach dem Motto “Geben und Nehmen”, nicht explizit für Hilfsbedürftige sondern für ALLE! Viele haben in ihren Augen “Krempel”, der für andere wunderbar ist – und so kann man jenseits von Trödelmarkt, Kleinanzeigen und Internetmärkten Platz schaffen und andere Menschen glücklich machen! Und man muss auch nix reintun, um was rausnehmen zu dürfen! Wie man in dem Givebox-Infoflyer nachlesen kann: “Das Konzept fördert Nachhaltigkeit, schont Ressourcen, stärkt die Nachbarschaft, hilft anderen Menschen, befreit von Krempel und schafft ein neues Bewusstsein jenseits von klassischen Konsum und Besitz.” Diesen Grundgedanken und die daraus entwickelte Idee finde ich wunderbar (vergleichbar mit der Idee des Bücherschrankes)! Die Givebox gibt es nicht nur in Berlin und Düsseldorf – Givebox-Standorte kann man hier nachschauen. Und wer jetzt ganz spontan Lust bekommen hat, auch im eigenen Viertel eine Givebox zu haben/ selbst aufzustellen, kann hier die Givebox-Bauanleitung finden.
Und wem das jetzt alles zu viel ist und sich trotzdem mal gerne entkrempeln würde …: Ich nehme auch manchmal Aussortiertes mit auf meine Arbeitsstelle und deponiere die Sachen an einem gut frequentierten Ort mit dem Hinweis “Zu verschenken”……. klappt immer, mit großer Freude auf beiden Seiten!!

Das WA(H)R(E) Flingern: 3/x – Pretty Lush

Geschichten aus dem alten Flingern – in dem ich groß geworden bin, genau wie meine Eltern und Großeltern.
Heute: Hermannstrasse 29
In diesem Ladenlokal war in den 50ger und 60ger Jahren eine Schuhmacherei: “Der flinke Emil”. Der Schuhmacher war, so sagte man sich, ein Kriegsveteran mit einem amputierten Bein und einer starken Sehschwäche. Sein Laden war klein und stets vollgestopft mit Schuhen. Wenn man eintrat, sah man ihn immer hinten an seiner Werkbank arbeiten. Dann kam er auf zwei “Krücken”, wie man früher sagte, nach vorne an die Theke, legte seinen Stumpf auf dem Handgriff der einen ab, und nahm den neuen Auftrag entgegen. Ich bin als Kind gerne dorthin (ich mochte ihn gut leiden – und außerdem: klar – Schuhtick! – schon damals), und wir mussten niemals eine Arbeit reklamieren. Irgendwann hat der Flinke Emil sein Geschäft aufgegeben. Leider weiß ich nicht, was aus ihm geworden ist. Jetzt befindet sich Pretty Lush in diesem Ladenlokal.

Das WA(H)R(E) Flingern 2/x: Lieblingsstücke

Heute Teil 2 von meinen “Geschichten aus dem alten Flingern” – dem Stadtteil, in dem ich groß geworden bin, genau wie meine Eltern und Großeltern.
Heute: Secondhandladen Lieblingsstücke, Bruchstrasse 1 Ecke Lindenstrasse

Bis in die 50ger Jahre befand sich in diesem Ladenlokal ein Lebensmittelgeschäft. Später eröffnete hier eine Pommesbude, die die Flingeraner nur “Der Flattermann” nannten, weil dort Halbe Hähnchen verkauft wurden. Am “Flattermann” konnte man nicht vorbeigehen ohne ein blaues Auge zu riskieren, je nach dem, wer sich gerade an der Ecke aufhielt. Aber die Pommes und die Hähnchen waren lecker!
Jetzt wird dort Secondhand Bekleidung angeboten, nicht nur für Frauen aus Düsseldorf, Flingern! Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und sowieso immer eine gute Wahl, denn Secondhand-Klamotten zu tragen nenne ich “nachhaltiges Kleiden”!
(Aber mit der Nachaltigkeit ist´s jetzt auch mal gut – es sei denn, Du hast noch ´ne Idee oder Anregung!)

Das WA(H)R(E) Flingern 1/x: Nordmanns Eisfabrik

Dieser Sticker hat mich, Flingeraner Urgestein, zu meiner neuen Serie “Das WA(H)R(E) Flingern” inspiriert, in der ich Geschichten aus dem alten Flingern zum Besten gebe, als es noch ein sogenanntes “Arbeiterviertel” war – in dem ich groß geworden bin, genau wie meine Eltern und Großeltern. Interessant vielleicht für die Neu-Flingeraner oder Besucher, die es nur als “das angesagteste Viertel Düsseldorfs” kennen.
Ich freu mich über jeden neuen Hinweis oder gar Fotos aus der guten alten Zeit!
Die Reihenfolge der Artikel bietet keinen Hinweis auf die Wertigkeit der “location”, ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar “historische Genauigkeit”. Es soll einfach nur Spaß machen, Viertel-Historie, aus erster Hand.
Heute: Nordmanns Eisfabrik, Hermannstrasse Ecke Ackerstrasse

In den Räumlichkeiten der jetzigen Eisdiele befand sich in den 50ger und 60ger Jahren eine Fina-Tankstelle (dort bekam man immer coole Aufkleber) und später dann viele Jahre lang ein Gebrauchtwagenhandel. Das Ladenlokal stand danach lange leer, bis eine Bar dort eröffnete, die sich nicht lange hielt. Die Eisdiele brummt nun, Treffpunkt nicht nur für die junge Familie in Flingern.
Spannender erscheint mir allerindings zu berichten, dass auf dieser Kreuzung in regelmäßigen Abständen nächtliche Schießereien oder Messerstechereien stattfanden. Das war immer sehr abenteurlich – aber wäre sicher nichts für das neue Publikum in Flingern – mit dicken Autos, dickem Portemonnaie und feinen Markenklamotten!

Welcome to Flingern …

Das habe ich neulich im Viertel entdeckt – und als Flingeraner Urgestein, und das seit Generationen, finde ich das natürlich in gewisser Hinsicht doch sehr amüsant! Ich überlege, eine Serie zu starten über das WA(H)R(E) Flingern! Mal sehen…..

PS: Flingern, innerstädtischer Stadtteil von Düsseldorf, war mal ein wenig angesehenes, sogenanntes Arbeiterviertel. Das hat sich in den letzten Jahren geändert! Ich sag´ nur: Gentrifizierung!