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Die Kunsthalle Düsseldorf präsentiert gleich zwei Ausstellungen über den Schweizer Ausstellungsmacher, Kurator und Museumsleiter Harald Szeemann (1933 – 2005):
Harald Szeemann – Museum der Obsessionen sowie Großvater: Ein Pionier wie wir. (*unbezahlte Werbung)
Harald Szeemann „realisierte experimentelle Ausstellungen, die damalige Konventionen sprengten. Dadurch und durch sein eigensinniges Selbstverständnis als Ausstellungsmacher, wie auch durch die Art und Weise, mit Künstlerinnen und Künstlern zu arbeiten, hat er das Verständnis der kuratorischen Tätigkeit nachhaltig verändert. Die umfassende Ausstellung gibt einen Einblick in das Leben und Wirken von Harald Szeemann und zeigt die Komplexität seiner Themen, Interessen und Entwicklungen anhand von Archivdokumenten, aber auch von Kunstwerken und Filmen.“ (Quelle)
Die Ausstellung „Museum der Obsessionen“ gliedert sich in drei Bereiche:
Der erste Bereich, Avantgarden, widmet sich den 1960ger und früher 70ger Jahren, in denen er als jüngster Museumsdirektor überhaupt von 1961 – ´69 unzählige Ausstellungen in der Kunsthalle Bern und ab 1969 als freier Kurator seiner gründeten „Agentur für geistige Gastarbeit“ bahnbrechende Ausstellungen wie z.B „Live in Your Head. When Attitudes Become Form“ und zusammen mit Wolf Vostell, die Ausstellung „Happening & Fluxus“organisierte.
1970 wurde er zum Generalsekretär der documenta 5 (1972) in Kassel.
Der zweite Bereich, Utopien und Visionäre, zeigt drei seiner Ausstellungen aus den 1970ger und 80ger Jahren, die sich mit alternativen Bewegungen, mystischen Weltsichten und utopischen Ideologien befassen. Besonders fasziniert war ich von der Installation der Werke des Einsiedlers Armand Schulthess, der von 1952 bis 1972 als Einsiedler, zurückgezogen von der Gesellschaft, in Auressio nahe des Monte Verità lebte. Dort fasste er seine Gedanken und Kenntnisse in selbstgemachten Büchern zusammen und beschrieb Blechdosenverschlüsse und Holzstücke mit chemischen Formeln, historischen und anderen Daten. Abertausende dieser Objekte arrangierte er rund um sein Grundstück und so entstand nach und nach im Wald eine „Enzyklopädie des Wissens“. Harald Szeemann und seine Lebensgefährtin Ingeborg Lüscher bewahrten einen Teil von Schulthess Werk vor dem Verfall und zeigten diesen mehrfach in unterschiedlichen Ausstellungszusammenhängen.
Der dritte Bereich, Geografien, konzentriert sich auf Szeemanns Reiseleidenschaft und den Ausstellungen seiner späteren Jahre.
„Nach der „documenta 5“ widmete sich Szeemann in der Grossvater-Ausstellung (1974) seinem Großvater Etienne Szeemann (1873-1971), der Pionierleistungen in der Frisörbranche vollbrachte. Die faszinierende Ausstellung inszenierte Harald Szeemann damals in seiner Berner Wohnung.“ (Quelle) Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt nun im Rahmen von „Großvater: Ein Pionier wie wir„ die Rekonstruktion dieser Wohnung und der Ausstellung. Es ist eine Freude, all die Kleinode, Sammlerstücke und Friseurbrachenutensilien des Großvaters zu bewundern.
Beide Ausstellungen sind noch bis zum 20. Januar 2019 in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen.
Viele der Informationen zu den Fotos habe ich dem umfangreichen Begleitheft der Ausstellung, herausgegeben von der Kunsthalle Düsseldorf, entnommen.
Und hier noch eine sehr interessante Dokumentation:
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english version:
The Kunsthalle Düsseldorf presents two exhibitions about the Swiss exhibition organizer, curator and museum director Harald Szeemann (1933 – 2005):
Harald Szeemman – Museum Of Obsessions and Grandfather; A pioneer like us
(*unpaid advertising)
Harald Szeemann „realized experimental exhibitions that went beyond the conventions of the time. Through this and through his own self-conception as an exhibition organizer, as well as through the way he works with artists, he has lastingly changed the understanding of curatorial activity.
The comprehensive exhibition gives an insight into the life and work of Harald Szeemann and shows the complexity of his themes, interests and developments on the basis of archive documents, but also of works of art and films“. (Source)
The exhibition „Museum of Obsessions“ is divided into three sections:
The first section, Avantgarden, is dedicated to the 1960s and earlier 70s, when he was the youngest museum director ever from 1961 – ´69 to hold innumerable exhibitions at the Kunsthalle Bern, and from 1969 as a freelance curator of his founding „Agentur für geistige Gastarbeit“ (Agency for Intellectual Guest Work) pioneering exhibitions such as „Live in Your Head. When Attitudes Become Form“ and organized the exhibition „Happening & Fluxus“ together with Wolf Vostell.
In 1970 he became Secretary General of documenta 5 (1972) in Kassel.
The second section, Utopias and Visionaries, shows three of his exhibitions from the 1970s and 80s that deal with alternative movements, mystical worldviews, and utopian ideologies. I was particularly fascinated by the installation of the works of the hermit Armand Schulthess, who lived from 1952 to 1972 in Auressio near Monte Verità as a hermit, withdrawn from society. There he summarized his thoughts and knowledge in self-made books and described tin can closures and pieces of wood with chemical formulas, historical and other data. He arranged thousands and thousands of these objects around his property, gradually creating an „Encyclopedia of Knowledge“ in the forest. Harald Szeemann and his partner Ingeborg Lüscher saved part of Schulthess’s work from decay and showed it several times in different exhibition contexts.
The third section, Geographies, focuses on Szeemann’s passion for travelling and the exhibitions of his later years.
After „documenta 5″, Szeemann devoted himself to his grandfather Etienne Szeemann (1873-1971), a pioneer in the hairdressing industry, in the grandfather exhibition (1974). Harald Szeemann staged the fascinating exhibition in his Bern apartment at the time“. (Source) The Kunsthalle Düsseldorf is now showing the reconstruction of the apartment and the exhibition as part of „Grandfather: A Pioneer Like Us„. It is a pleasure to admire all the grandfather’s jewels, collectibles and hairdressing utensils.
Both exhibitions can still be seen at the Kunsthalle Düsseldorf until 20 January 2019.
I have taken much of this information from the extensive accompanying booklet of the exhibition, published by the Kunsthalle Düsseldorf.
sehr, sehr toll! warum nicht in hannover statt düsseldorf ;))? ich versuch mal, mir das begleitheft zu bestellen, bin ja großer fluxusfan. die wald-enzyklopädie ist großartig!!
lieben gruß
mano
Ich kann jetzt leider zu Zeit nicht für dich vor Ort nachschauen 😉 Viel Erfolg bei der Recherche. Dann kannst Du ja gleich mal nachfragen, ob Sie die Ausstellung nicht dann auch mal in Hannover zeigen wollen! 🙂
gute idee ;)!!